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Theaterabo: Der Streit.

Cuvillestheater

Man sieht, welche Aktualität das Stück „Der Streit“ von Pierre Carlet de Marivaux hat, wenn man sich die Zeitungsschlagzeilen der letzten Monate zu Gemüte führt. Beispielsweise bringt die „#MeToo“- Bewegung Fragen über Geschlechterrollen auf, die sich der Autor bereits 1744 beim Schreiben der Komödie stellen musste. Er verwandelt die Theaterbühne in ein Versuchslabor, um auf „wissenschaftliche“ und erschreckende Weise eben diese Fragen zu klären.

Die Handlung beginnt mit dem Disput zweier Adeliger darüber, welches Geschlecht denn nun treuer sei. Um Antworten zu erhalten, sehen sich die beiden einen Versuch an, bei dem vier Kinder unabhängig voneinander abseits der Öffentlichkeit von zwei Dienern namens Mesrou und Carise aufgezogen werden und dann zum ersten Mal aufeinandertreffen. So wird Egle als erste Testperson auf die Bühne gebracht. Sie ist ganz fasziniert von sich und bewundert ihre eigene Schönheit, bis Azor auftritt und sich direkt verliebt. Damit sie sich nicht zu sehr an die Gegenwart des anderen gewöhnen, trennen sie sich nach einiger Zeit. Daraufhin treffen jeweils die beiden jungen Männer und Frauen aufeinander. Während sich die beiden weiblichen Protagonisten darüber streiten, wer die Schönere sei, verlieben sich Azor und Mesrin ineinander, beschließen aber, doch nur Freunde zu bleiben. In einer neuen Konstellation sind die Partner wiederum mehr als entzückt von ihrem Gegenüber. Als dann alle Probanden zusammenkommen und bemerken, dass sie jeweils ihren ursprünglichen Lebensgefährten betrogen haben, geraten sie in einen Streit und fangen an sich alle zu lieben. Entsetzt brechen die Adeligen das Experiment ab und schämen sich für das eigene Geschlecht. In der letzten Szene betritt ein drittes Paar die Bühne, bleibt sich trotz der Begegnung mit den anderen treu und besänftigt so die beiden Anfangscharaktere.

Die Inszenierung, die vor allem durch ihre Skurrilität besticht, untermalt die Exzesse während des Versuches und gibt so dem Publikum ein durchaus verstörendes Bild von der Thematik. Anstatt von menschlichen Schauspielern wurden die Charaktere der jungen Erwachsenen hier durch Holzpuppen verkörpert, die die Schauspieler von Mesrou und Carise lenken. Abseits der Tatsache, dass das Schauspiel so eher gewöhnungsbedürftige Züge nimmt, bietet es doch einige Interpretationsmöglichkeiten. So entsteht beispielsweise der Eindruck, dass die beiden Diener, die während des gesamten Stücks eher im Hintergrund agieren, die eigentlich mächtigen Drahtzieher darstellen, weil sie die einzigen realen Charaktere sind und subtil die Probanden steuern.

Für den Zuschauer ist „Der Streit“ ein Wechselbad der Gefühle. Mit Emotionen von Gelächter bis zu blankem Entsetzen durchlebten wir in 90 Minuten ein Stück, das zwar durchaus streitbar, aber genauso unterhaltsam war. 

Tobias Fluck, 10c

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