GymKi plus

Leonie Friedmann, 9a

Mein Schuljahr in Frankreich

Ich habe mich im Herbst 2019 für das Voltaire-Programm, einen deutsch-französischen Individualaustausch, beworben und von Februar bis August 2020 war meine Austauschschülerin bei uns am GymKi und hat mit mir und meiner Familie zusammen in Kirchseeon gelebt. Im August bin ich dann nach Frankreich gefahren. Ich kannte meine Austauschpartnerin schon und das hat mir ein bisschen Sicherheit gegeben. Meine Eltern haben mich hingebracht und sind für eine Nacht dort geblieben. Dann hatte ich eine Woche Ferien bei der Familie zu Hause. Sie haben mich sehr nett aufgenommen. Ich hatte ein schönes Zimmer und habe mich dort wohl gefühlt. In dieser Woche habe ich mich schon ein bisschen eingelebt. Leider habe ich mich nicht getraut zu sprechen.

An meinem ersten Schultag hatte ich echt Angst, aber das hat sich mit der Zeit geändert und ich bin wirklich gerne in die Schule gegangen. Ich habe mich angestrengt und gelernt. Ich habe jede Woche mehr vom Unterricht verstanden und war mit all meinen Freunden zusammen. Weil in Frankreich die Schule von 8 bis 18 Uhr geht, hatten wir außerhalb nicht viel Freizeit. Das fand ich am Anfang komisch, aber mit der Zeit hatte ich mich daran gewöhnt und es war ganz normal. Unter der Woche war ich im Internat, was mir auch super gefallen hat. Wir haben nach dem Unterricht noch viel geredet und Quatsch zusammen gemacht. Wir waren eine tolle Gemeinschaft. Sowohl im Internat als auch in der Klasse. Dadurch, dass wir die ganz Zeit zusammen waren, habe ich viel Französisch gehört und dementsprechend verstanden und auch viel geredet. Die anderen haben mir manchmal gesagt, dass ich einen Fehler gemacht habe, aber sie haben mich fast immer verstanden.

In den Herbstferien war ich mit meiner Gastfamilie in der Bretagne, wo sie ein Ferienhaus haben. Außerdem haben wir die Stadt Amiens besichtigt. Andere Ausflüge konnten wir wegen Corona leider nicht machen. Am Wochenende haben wir oft gekocht oder Kuchen gebacken. Zu Weihnachten haben wir ein Lebkuchenhaus und deutsche Plätzchen gebacken. Die Weihnachtsfeiertage habe ich auch bei meiner Gastfamilie verbracht.

Die Frage, ob ich für drei oder sechs Monate nach Frankreich gehen möchte, hat mich am Anfang lange beschäftigt. Ich fand sechs Monate sehr lang und hatte ein bisschen Angst davor. Schlussendlich habe ich mich aber für sechs Monate entschieden und im Nachhinein und auch schon während des Austauschs habe ich gemerkt, dass es für mich die richtige Entscheidung war. Ich habe am Anfang ein oder zwei Monate gebraucht, um mich einzuleben, mich an mein „neues Leben“ zu gewöhnen und Freundschaften aufzubauen. Mit der Zeit hat es mir immer besser gefallen und als es mir dann richtig gut ging, ich mich dort wohl gefühlt habe, wären die drei Monate schon zu Ende gewesen. Aber ab da war der Zeitpunkt, ab dem es, rückwirkend betrachtet, erst richtig Spaß gemacht hat. Ich hatte Freunde, habe fast alles verstanden und habe ein gutes Zeugnis erhalten. Außerdem habe ich sogar eine Auszeichnung für besondere Leistungen und Verhalten in der Schule bekommen. Darüber habe ich mich sehr gefreut und es hat mich motiviert, so weiter zu machen. Wenn ich nach drei Monaten nach Hause gefahren wäre, hatte ich den besten Teil verpasst. Und genau deswegen waren sechs Monate für mich super.

Am Ende war ich sehr traurig, weil ich wirklich gute Freunde gefunden hatte und wir eine tolle Gruppe geworden sind, aber ich habe mich auch auf meine Eltern und mein altes „Zuhause“ gefreut. Der Abschied war für uns alle traurig, aber wir waren uns einig, dass wir in Kontakt bleiben wollten. Heute bin ich seit ca. 2 Monaten wieder zu Hause und wir schreiben uns viel. Oft wollen sie wissen, wie es mir geht und was ich in Deutschland mache. Manchmal erzählen sie aus der Schule, von Lehrern, die ich auch hatte, oder schicken Gruppenfotos als Erinnerung an die tolle Zeit, die wir zusammen hatten.

GymKi - das macht uns aus

Wer also einen Schüleraustausch macht, findet viele neue Freunde, lernt ein anderes Land, seine Sprache, Kultur und Menschen kennen. Außerdem verändert man sich, weil es natürlich eine große Umstellung ist, ohne Eltern zurechtkommen zu müssen. Über das Voltaire-Programm kann man sich auf der Internetseite informieren und sich bei Fragen auch an einen Französischlehrer wenden.

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