Die Handlung:
Der im August 1961 im Osten Berlins lebende, zunehmend unglückliche Familienvater Franz Müller träumt von einem selbstbestimmten Leben in Freiheit. Er ist sich bewusst, dass er sich solchen Gedanken nicht hingeben darf: Nicht nur deshalb, weil er nicht weiß, wer ihn möglicherweise bespitzelt, sondern auch deshalb, weil er durch sein Verhalten seine Frau und seine beiden Kinder in Gefahr bringen kann.
Sein Bemühen, in seinem Betrieb aufzusteigen, sich gar an das SED-Regime anzupassen, scheitert kläglich: Im diesem Moment wünscht er sich immer stärker, die DDR zu verlassen, um im Westen ein neues Leben in Freiheit zu beginnen.
Bedauerlicherweise ahnt er nichts davon, dass das SED-Regime im Augenblick seiner fliegenden Träume von Freiheit und Selbstbestimmung den Bau der Mauer plant. Ein Verlassen der DDR ist nicht mehr nur unmöglich, vielmehr ist bereits das Hoffen auf Freiheit im Anblick der zunehmenden Abriegelung West-Berlins gefährlich: sein Fluchtvorhaben bringt nicht nur ihn in Gefahr, sondern auch seine Frau und seine zwei Kinder.
Soll er also bleiben? Er ahnt, dass sein Verbleiben in der DDR seine Familie sogar weit mehr gefährdet…Kann er überhaupt bleiben?

Diese tragische Familiengeschichte, die sich zur Zeit des Mauerbaus in Ostberlin im August des Jahres 1961 so hätte zutragen können, wurde nun nach über einem Jahr an Proben und Vorbereitungen vom Oberstufentheater (Profilfach „Theater und Film“ unter der Leitung von Angelika Giglinger) in der Aula unseres Gymnasiums auf die Bühne gebracht; zunächst in einer Vormittagsvorstellung für alle 11. Klassen, und am 22.1. dann in einer stimmungsvollen Abendveranstaltung mit richtigem Theaterambiente.

Die Schülerinnen und Schüler schafften es, den Figuren sehr glaubwürdig Leben einzuhauchen, ließen das Publikum mitzittern und mitfühlen und gaben diesem so wichtigen und doch oft vernachlässigten Thema deutscher Geschichte erlebbar ernsthaft und erwachsen seinen Raum.

Gerade für die intensiven Hauptrollen, gespielt von Aleksandra Bichler (Franz Müller), Lilly Grün (Martha Müller), Leonie Moormann (SED-Mitglied, Schwiegervater) und Melissa Kostrzewa (Genosse Albrecht mit zwei Gesichtern) war es extrem viel Text, der einstudiert und geprobt werden musste. Getragen wurde das Stück aber auch von den starken Nebenrollen – gespielt von Sarah Hejtmanek, Sophia Drozd, Katharina Bockler, Xavier Szczyrbak und Laura Manuelian – die teilweise auch in Mehrfachbesetzungen unterwegs waren und sich permanent umziehen und wieder in andere Charaktere schlüpfen mussten. Um alles auf die Bühne bringen zu können, halfen auch engagierte Schülerinnen und Schüler des Mittelstufentheaters als Statisten mit; Alba Bisset, Franz Ottmann und Josef Hannawald aus der 9. Jahrgangsstufe übernahmen dabei auch kleine Sprechrollen. Ohne den engagierten AK Bühnentechnik, ohne den Hausmeister und viele andere helfende Hände hätte das große Ganze aber nicht in diesem Maße funktionieren können.

Hier hat sich auf vielen Ebenen eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, über gedachte Gruppen oder Grenzen hinweg zusammenzuhalten – so kann Wunderbares entstehen; auf, hinter und jenseits der Bühne.